St. Lukas Kirche

Wettbewerb 2016

Aufgabenstellung

Im Rahmen eines vom Kirchengemeindeamt des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirks München ausgerufenen Wettbewerbes entwarf D:4 Ende 2015 ein Konzept zur Gestaltung und Sanierung des Kirchenraums der Kirchengemeinde St Lukas.

Anlass des Wettbewerbs bildete der Bedarf einer neuen Infrastruktur innerhalb der Gemeinde, die den vielseitigen Nutzungsanforderungen der Gemeinde entspricht. In St. Lukas werden Gottesdienst und Liturgie sowie soziales Engagement, Kunst und gesellschaftlicher Diskurs vereint, sodass eine Sanierung unter den Aspekten einer zukunftsfähigen Nutzung der gemeindlichen Räume gefragt ist.

Die Anforderungen wurden im Wettbewerb in Realisierungsteil und Ideenteil unterteilt, wobei im Realisierungsteil die Gestaltung des Kircheninnenraums und im Ideenteil die Einbindung des stadträumlichen Umfeldes und des Gemeindesaals im Vordergrund der Planung standen.

 

Unser Konzept

Leitidee unseres Entwurfs ist die nachhaltige Nutzung der vorhandenen Substanz und die Reduktion der neuen Bauteile auf wenige gezielte Eingriffe. Im Ergebnis soll es möglich werden, alle geforderten Funktionen im Bestand umzusetzen, ohne einen zusätzlichen Neubau zu errichten.

In der Kirche gelingt die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten durch den Einbau eines einzelnen raumbildenden, reversiblen Elements. Dieses Tribühnenelement schafft Raum für die nötigen Funktionen (Catering, Sanitär, Lager) und bietet gleichzeitig ausreichend Sitzplätze für größere Veranstaltungen. In Verbindung mit der flexiblen Bestuhlung sind zahlreiche Raumkonstellationen denkbar. Für größere Kultur- und Gemeindeveran­staltungen übernimmt die Kirche auch die Funktion eines großen Gemeindesaales.

Die bauzeitliche Substanz wird sorgfältig gereinigt und in ihrer ursprünglichen Farbigkeit und Haptik wiederhergestellt. Das darauf abgestimmte Lichtkonzept unterstützt die Wahrnehmung der skulpturalen Qualitäten des Raumes und gibt die Möglichkeit zur Unterteilung und Akzentuierung einzelner Bereiche im Raum.

Die behutsame Nutzungserweiterung der Kirche legt Wert auf die Erhaltung des Sakralraumes und ermöglicht durch mobile Elemente (Altartisch, Pult, Taufe) trotzdem eine flexible und barrierefreie Gestaltung der Liturgie.

Die Seiteneingänge werden als neue Erschließungszonen gestärkt, indem die südliche Kirchentür als Haupteingang eingesetzt wird.

Die Räume der jetzigen Kindertagesstätte stehen nach der Umgestaltung als „Backstage“-Bereich, aber auch für Chor- und Orchesterproben und die wochentägliche Gemeindearbeit zur Verfügung.

Die Außenbereiche rund um die Kirche werden in der Neugestaltung in vier Zonen gegliedert. Die Formensprache der Gestaltungselemente dieser Zonen unterstreicht durch ihr reduziertes Design die Präsenz der Kirche im Stadtraum.