Andachtsraum

Evangelisches Krankenhaus Oberhausen

Aufgrund ihrer ungünstigen Lage im sechsten Stock und der fehlenden Funktionalität für kleine Gruppen oder die Einzelandacht wurde die Evangelische Krankenhauskirche in Oberhausen zusehends immer weniger besucht. Mit ihren über 60 Plätzen befindet sich die Kirche mitsamt ihrer konventionellen Ausstattung in einem der größten Häuser des Ruhrgebietes.

 

Vorhaben

D:4 widmete sich dem Wunsch nach einem neuen Andachts- und Mehrzweckraum und besprach mehrere Varianten zur möglichen Unterbringung eines solchen Ortes an anderer Stelle. Schlussendlich wurde sich für das Caféteriagebäude entschieden, das im Zentrum des Geländes liegt und sowohl für Patienten als auch Besucher gut erreichbar ist. Ein kleiner Raum wurde eingerichtet, welcher 24 Stunden des Tages zugänglich ist und neben der gottesdienstlichen Nutzung als Rückzugsort genutzt werden kann.

 

Konzept

Die Architektur des Raumes wurde völlig neu interpretiert und basiert auf die Umfassung eines diagonal in die Kubatur gelegten Kreuzes, dessen Schnittpunkt den Ort des Altars definiert. Dieses Kreuz zeichnet sich im Raum der Decke ab und wird an den Wänden in Form von hervorgehobenen Schnittflächen zum Außenraum fortgesetzt. Der lange Kreuzbalken nimmt die neue, zusätzliche Erschließung auf, die barrierefrei über eine automatische Tür erfolgt.

Das Kreuzmotiv wird auch im Außenbereich fortgeführt, indem die vier Endpunkte als Wegweiser dienen und eine Einheit mit den Bildern im Innenraum bilden. Die Worte auf den sieben Tafeln ergeben den vollständigen Text des 23. Psalms.

Der Künstler Klaus Zolondowski gestaltete die drei Wandbilder, indem er mit örtlichen Materialien eine spezielle Farbmischung herstellte. Als Hauptfarbe verwendete er ein tief-ultramarinblaues Pigment, so dass eine haptische Oberfläche entstand, die bei nächtlicher Beleuchtung über eine große Strahlkraft verfügt. Als Kontrastmaterial in ähnlich intensiver Farbigkeit wurde Cortenstahl eingesetzt.

 

Verwendung

Fertiggestellt wurde das Projekt im Oktober 2007.  Als Sakristei, für die Unterbringung der Steuerungstechnik und als Stuhllager nimmt das kleine Nebengelass eine mehrfache Funktion wahr, dient der vielfältigen Nutzbarkeit des Andachtsraums und fungiert zudem als Ort multireligiöser Begegnungen. Mit einer freien Wandfläche und dem notwendigen technischen Equipment, unsichtbar installiert im Kreuz, ist eine Nutzung für Vortrags- und Musikveranstaltungen möglich.