Kirche Zum Heiligen Kreuz

Wettbewerb zum Neubau des Kirchenschiffes

Die Kirche Zum Heiligen Kreuz in Vogelsberg-Thüringen zeichnet sich durch ihre bewegte Geschichte aus: 1713 erbaut, wurde das Kirchenschiff in der Zeit der DDR um etwa die Hälfte gekürzt und das barocke Inventar zu großen Teilen verkauft.

Heute ist der Kircheninnenraum durch diesen drastischen Eingriff geprägt und hat seinen ursprünglichen Charme verloren. Darüber hinaus ist der Bestand stark sanierungsbedürftig und in der Substanz massiv geschädigt. Die Gemeinde wünscht sich eine Verbindung alter Substanz mit neuen Elementen.

Im Rahmen eines Wettbewerbs hat D:4 einen Entwurf eines Neubaus vorgelegt, der vorsieht, das Langhaus zu ersetzen.

Leitidee für den Neubau ist die Schaffung eines prozesshaften und partizipatorischen Konzepts, das Kirchengemeinde und Ortsbewohner dabei unterstützt, die Nutzung des Ortes neu zu definieren.

Die alten Umfassungsmauern des Kirchenschiffs bleiben dabei erhalten und werden durch eine neue Holzrahmenkonstruktion ergänzt. So entsteht ein neuer Baukörper, der die Geschichte des Bestands würdigt und in einen neuen Kontext setzt. Dieser ist in Holzmodulweise bewusst als kostengünstige und erweiterbare Konstruktion angelegt. Die Elemente können von örtlichen Betrieben vorgefertigt und zügig über den vorhandenen Fundamenten aufgebaut werden. Nach Errichtung des Tragwerks kann der Bau Schritt für Schritt ergänzt werden – je nach Bedarf der Nutzung.

Das hölzerne Tragwerk zeichnet die Kubatur und statisch wirksamen Elemente des Ursprungsbaus nach. Der Kircheninnenraum erhält eine neue Bodenplatte, die dem hohen Grundwasser entgegenwirkt. Ein neuer Funktionstrakt mit sanitären Anlagen und Büroraum ergänzt die Planung.

Der Innenraum bietet sowohl die Nutzungsmöglichkeiten eines Gemeinderaumes und eines Kirchenraumes, als auch eines Bürger- und Festsaals. Eine flexible Bestuhlung macht zahlreiche Raumkonstellationen denkbar. Ebenso sind Altar, Lesepult und Taufbecken mobil gestaltet, sodass variable Anordnungen möglich sind. Bei Bedarf können einzeln beheizbare Einheiten für Gruppen mit bis zu 20 Personen eingebaut werden.

Zu prüfen ist, ob für den gesamten Raum ein Ganzjahresbetrieb notwendig zu gewährleisten ist. Dies würde ein entsprechendes Heizungskonzept erfordern. Denkbar ist auch eine schrittweise Verbesserung der Gebäudeausstattung.